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Philippinen

In der historischen Altstadt Intramurus

Zeitreise durch Intramuros – Mitten im Herzen von Manila

Stell dir vor, du schlenderst durch enge Kopfsteinpflastergassen, vorbei an jahrhundertealten Mauern, und plötzlich öffnet sich vor dir ein Fenster in eine andere Zeit. Intramuros, das alte Herz von Manila, ist wie eine Schatztruhe, in der Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen. Komm mit auf unsere Entdeckungsreise durch die berühmtesten Ecken der Stadt – voller lebendiger Szenen, spannender Begegnungen und dem einen oder anderen Aha-Moment.

Casa Manila – Ein Tag im Herrenhaus

Kaum zurück in Manila, zog es uns sofort in den ältesten Teil der Stadt: Intramuros. Hier fühlt sich alles ein bisschen entschleunigt an, als hätte jemand die Zeit auf Pause gedrückt. Unser erstes Ziel war die Casa Manila – ein restauriertes Herrenhaus, das direkt gegenüber dem San Agustin Museum liegt. Schon beim Betreten des Hauses hatte ich das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen.

Die Räume sind voller antiker Möbel, kunstvoller Teppiche und feiner Porzellanvasen. Überall spiegeln sich die Einflüsse aus China, Europa und den Philippinen wider. Ich musste schmunzeln, als ich mir vorstellte, wie die feine Gesellschaft hier einst ihre Feste feierte, während draußen die Kutschen über das Pflaster ratterten. Besonders beeindruckend fand ich den Innenhof mit seinem plätschernden Brunnen – ein echter Ruhepol mitten im Großstadttrubel. Wir setzten uns kurz auf eine Bank, lauschten dem Wasser und genossen die friedliche Atmosphäre, bevor wir uns wieder ins Getümmel stürzten.

San Agustin – Die älteste Kirche der Philippinen

Nur ein paar Schritte weiter steht die ehrwürdige San Agustin Kirche, die älteste Kirche der Philippinen. Kaum zu glauben, dass sie schon 1571 erbaut wurde und trotzdem so majestätisch wirkt. Die Kirche hat einiges mitgemacht: Erdbeben, Kriege, Zerstörung – und wurde immer wieder aufgebaut. Beim Betreten umfing uns sofort eine ehrfürchtige Stille. Die Kapellen und die Grabkammer erzählen von der bewegten Geschichte und den berühmten Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Ein echtes Highlight: der Chordachboden mit der restaurierten, funktionsfähigen „Luftorgel“ und den von Hand geschnitzten Chorstühlen aus dem 17. Jahrhundert. Ich konnte nicht anders, als mir vorzustellen, wie hier einst die Musik durch das Kirchenschiff schwebte. Das angeschlossene Museo San Agustin ist ein wahres Schatzkästchen voller Kunstwerke, Bücher und Skulpturen – ein Muss für alle, die Geschichte nicht nur sehen, sondern fühlen wollen.

Manila Cathedral – Die Kathedrale der Wiederauferstehung

Unser Spaziergang führte uns weiter zur Manila Metropolitan Cathedral-Basilica, dem Sitz des Erzbistums Manila. Schon von außen beeindruckt die Kathedrale mit ihrer mächtigen Fassade. Vor dem Eingang herrschte buntes Treiben: Verkäufer boten Souvenirs an, und die Fahrer der Pferdekutschen und Ritschkas versuchten, uns für eine Rundfahrt zu gewinnen. Ein kleiner Tipp am Rande: Immer genau nachfragen, wie lange die Fahrt dauert und was sie kostet – sonst kann es am Ende eine Überraschung geben.

Die Kathedrale selbst ist ein Symbol der Widerstandsfähigkeit: Seit 1571 wurde sie immer wieder zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg. Beim Betreten spürte ich die Geschichte, die in jedem Stein steckt. Besonders bewegend fand ich die Gedenktafeln und die ruhige Atmosphäre im Inneren – ein Ort, an dem man kurz innehalten und durchatmen kann.

Fort Santiago – Auf den Spuren von Jose Rizal

Nicht weit entfernt liegt die Festung Fuerza de Santiago, direkt am Fluss Pasig. Schon der Name klingt nach Abenteuern und alten Geschichten. Die dicken Mauern und die alten Kanonen lassen erahnen, wie wichtig die Festung einst für die Verteidigung der Stadt war. Im Inneren entdeckten wir mehrere Häuser aus der spanischen Regierungszeit, die heute als Museum dienen.

Besonders bewegend: die in den Boden eingelassenen letzten Schritte von Jose Rizal, dem Nationalhelden der Philippinen. Hier verbrachte er seine letzten Tage, bevor er hingerichtet wurde. Beim Betrachten der Spuren und der Ausstellungen im Museum wurde mir bewusst, wie viel Mut und Idealismus in diesen Mauern steckt. Ein Ort, der nachdenklich macht – und gleichzeitig Hoffnung schenkt.

San Sebastian – Die Kirche aus Stahl

Zum Abschluss unseres Tages wartete noch eine echte Besonderheit auf uns: die Basilica de San Sebastian. Von außen wirkt sie wie eine klassische neugotische Kirche, doch der Schein trügt. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckten wir die Stahlkonstruktion, die unter anderem mit deutscher Hilfe gebaut wurde. Ein echter Clou: Der Entwurf stammt von Gustave Eiffel – ja, genau der mit dem Turm in Paris!

Im Inneren der Kirche blättert an manchen Stellen die Farbe ab, und der Rost blüht – ein ständiger Kampf gegen das tropische Klima. Trotzdem oder gerade deshalb hat die Kirche einen ganz eigenen Charme. Ich musste schmunzeln, als ich mir vorstellte, wie die feine Gesellschaft damals in ihren Sonntagskleidern durch das eiserne Kirchenschiff schritt. Und auch heute noch ist die Kirche ein beliebter Ort für Hochzeiten – vielleicht, weil sie so einzigartig ist.

Fazit: Intramuros – Ein Tag, der bleibt

Unser Tag in Intramuros war wie eine Reise durch die Zeit – voller Überraschungen, Begegnungen und Geschichten. Wir haben gelacht, gestaunt, manchmal innegehalten und immer wieder Neues entdeckt. Intramuros ist mehr als nur ein Stadtviertel – es ist ein lebendiges Geschichtsbuch, das darauf wartet, von dir entdeckt zu werden. Und wer weiß, vielleicht begegnen wir uns ja eines Tages dort, irgendwo zwischen den alten Mauern und den Geschichten, die sie erzählen.

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